Was ist bloß mit der Zeit? Man kann sie haben und doch nie besitzen, sie lässt sich teilen, investieren, schenken aber auch stehlen. Man kann sie gewinnen, und wer sie verloren glaubt, kann sich auf die Suche nach ihr begeben. Sie kann reifen, kommen und gehen und – seltsam genug, man kann sie sich vertreiben. Immer ist sie flüchtig und doch heilt sie Wunden, tröstet und bringt Rat. Nur dem Glücklichen scheint sie ohne Bedeutung zu sein: die Zeit.
Man kann sie an Uhren ablesen, sie wird in Atomen gemessen und ist doch unberechenbar, tickt in jeder Kultur etwas anders, dehnt und beschleunigt sich je nach Tätigkeit und Mensch und Laune.
Nur eines scheint sicher zu sein: Wir leben in beschleunigter Zeit, und obwohl wir immer länger leben, leiden wir zunehmend unter einem unerträglichen Gefühl der Zeitnot. Zeitnot verhindert Weitsicht, verführt zu immer kurzfristigerem Handeln und nimmt schließlich Lebensfreude. Das gilt ganz grundsätzlich, aber mehr noch in Zeiten der Krise und des Umschwungs. Wir möchten uns deshalb ein ganzes Jahr Zeit nehmen, uns mit dem Phänomen Zeit zu beschäftigen und laden Sie von Zeit zu Zeit zu einer kleinen »Zeit-Etüde« ein. Wir werden Ihnen keine Anleitung zur Optimierung des Zeitmanagements bieten und auch keine kulturpessimistischen Essays über die Hatz des modernen Menschen und die so viel bessere gute alte Zeit. Es werden kurze Texte, Zitate, Gedichte, Bilder etc. sein, von denen wir glauben, dass sie sich dazu eignen, die eigenen Wahrnehmungen, Glaubenssätze und Ideen zur Zeit zu bedenken. Im besten Falle mag es möglich sein, ein differenzierteres und verändertes Verhältnis zur eigenen Zeit zu entwickeln. Damit mag es uns vielleicht gelingen, genau in der Zeit, in der wir leben, mit der Zeit, in der wir leben, gut zu leben. In jedem Falle wünschen wir Ihnen dabei eine gute Zeit! Konzeption und Layout: Katja Schröder Texte: Katja Schroeder und SYNNECTA Team |
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Man kann sie haben und doch nie besitzen, sie lässt sich teilen, investieren, schenken aber auch stehlen. Man kann sie gewinnen, und wer sie verloren glaubt, kann sich auf die Suche nach ihr begeben. Sie kann reifen, kommen und gehen und – seltsam genug, man kann sie sich vertreiben. Immer ist sie flüchtig und doch heilt sie Wunden, tröstet und bringt Rat. Nur dem Glücklichen scheint sie ohne Bedeutung zu sein: die Zeit.
Man kann sie an Uhren ablesen, sie wird in Atomen gemessen und ist doch unberechenbar, tickt in jeder Kultur etwas anders, dehnt und beschleunigt sich je nach Tätigkeit und Mensch und Laune.