| Susan Pinker: Das Geschlechter-Paradox:
Über begabte Mädchen, schwierige Jungs und den wahren Unterschied zwischen Männern und Frauen vorgestellt von Tilman Gutenberg
Susan Pinker widmet sich in ihrem kontrovers diskutierten Werk den Unterschieden zwischen Männern und Frauen. Dass es da welche gibt, ist unbestritten, wir treffen ja – sehr banal – diese Unterscheidung »Mann« oder »Frau«. Susan Pinker nähert sich diesem Thema von verschiedenen Gesichtspunkten aus an. Zum einen betrachtet sie die noch immer deutlich zu spürenden Unterschiede, was Karriere, Erfolg und gesellschaftliche Stellung und Rolle betrifft. Zum anderen nimmt sie neueste Erkenntnisse aus Neurowissenschaften, Ökonomie und ihrer eigenen psychologischen Praxis zur Hand, um daraus ein Buch zu gestalten, in dem sie einigen simplen Fragen nachgeht: Sind Männer in Wahrheit das schwächere Geschlecht? Sind Frauen einfach nicht zum Siegen geboren? Wollen Männer und Frauen die gleichen Dinge vom Leben? Zu den Antworten auf diese Fragen konstatiert DER SPIEGEL: »Das Geschlechter-Paradox rüttelt an den Grundfesten der Frauenbewegung.« Denn Susan Pinker kommt zu einem Ergebnis, das erklärten Feministinnen niemals schmecken kann: Männer und Frauen wollen einfach nicht dasselbe. Sie sind sich nicht gleich. Nicht in ihren Wünschen, nicht in ihren Lebensentwürfen, nicht in ihrem Verhalten, nicht in ihren Anlagen, nicht in den Zielen, die sie erreichen. Sie tut das zunächst mit einem einfachen Blick auf den unterschiedlichen Chromosomensatz. Dieser definiert nicht einfach nur Geschlecht, sondern er definiert gleichsam geschlechtsspezifisches Verhalten. Weibliche und männliche Wesen, das betrifft nicht nur den Menschen, entwickeln sich von Geburt an auf grundlegend verschiedene Weise, und mal ganz abgesehen von der biologischen Funktion, die ihre Körper im Verlaufe ihres Lebens zu erfüllen haben – es gibt feststellbare signifikante Unterschiede im Verhalten, die Männer zu Männern machen und Frauen zu Frauen. Gesellschaftlich zeichnet sich noch immer das folgende, deutliche Bild: In Chefetagen der mächtigsten Konzerne, an Spitzenpositionen in Politik und Forschung finden sich mit wenigen Ausnahmen: Männer. Das soll nicht heißen, Frauen könnten das eben nicht, sind nicht begabt oder intelligent genug. Nein. Es gibt mindestens gleich viele, wenn nicht noch mehr begabte und ambitionierte Frauen und Mädchen als Männer oder Jungs. Der Unterschied liegt darin begründet, dass Männer sehr viel stärker zu Extremen tendieren als Frauen. Inselbegabung, Hochbegabung, Genie – in diesen Disziplinen führen die Männer. Auf der anderen Seite der Skala aber auch: Schwererziehbar, Problemkind, geistig behindert, Versager, Straftäter. Darin findet sich dann das Argument, warum wir eine echte Anpassung der Lebensentwürfe bzw. -strategien von Männern und Frauen niemals erreichen können: Es ist schlicht nicht möglich. Das soll niemals heissen, dass wir zurück zu überkommenen Rollenbildern müssen. Es soll einfach bedeuten, dass wir das allzu moderne Gender Mainstreaming hinter uns lassen müssen, um zu einer neuen und offen geführten Diskussion über das tatsächliche Geschlechterverhältnis zu kommen. Und daraus neue Chancen zu entwickeln.
schwierige Jungs und den wahren Unterschied zwischen Männern und Frauen Deutsch von Maren Klostermann DVA 2008, 440 Seiten ISBN 3-421-04361-2 |

Susan Pinker widmet sich in ihrem kontrovers diskutierten Werk den Unterschieden zwischen Männern und Frauen. Dass es da welche gibt, ist unbestritten, wir treffen ja – sehr banal – diese Unterscheidung »Mann« oder »Frau«.